Fragen & Antworten
Gesamtprojekt
Ist Rüti gross genug, um ein Projekt dieser Grösse und eine solche Begegnungszone zu beleben?
Rüti hat rund 13'000 Einwohnerinnen und Einwohner, Tendenz steigend. Der Gemeinderat ist überzeugt, dass eine solche Begegnungszone ein grosses Bedürfnis ist. Zudem liegt sie genau am richtigen Ort, nämlich dort, wo die Einheimischen, aber auch viele Leute aus den umliegenden Gemeinden bereits heute einkaufen.
Die Bevölkerung hat an der Urne das erste Projekt «Bandwies Süd» abgelehnt. Wieso gibt es nun trotzdem ein neues Projekt?
Um zu verstehen, weshalb die Bevölkerung das Projekt abgelehnt hat, hat die Gemeinde Rüti eine repräsentative Bevölkerungsumfrage in Auftrag gegeben. Eine Erkenntnis daraus ist, dass 57% der Befragten die Ausarbeitung eines optimierten Vorschlags begrüssen. Die Mehrheit der Rütnerinnen und Rütner wünscht sich also ein verbessertes Projekt, in dem auf die Kritikpunkte der Bevölkerung eingegangen wird – diesen Wunsch setzt die Gemeinde nun um.
Was wurde gegenüber dem ersten Projekt verbessert?
Durch die neue Zusammenarbeit mit der Migros Ostschweiz hat sich eine massive Verbesserung des Projekts ergeben. Das gemeinsame Vorgehen ermöglicht nun eine gesamtheitliche Entwicklung der Bandwies. Die Erschliessung der Bandwiesstrasse und der Überbauungen wird gemeinsam gelöst, und die Bandwiesstrasse wird in eine Begegnungszone umgewandelt. Dadurch entstehen wertvolle Freiräume und die Aufenthaltsqualität steigt. Der neu konzipierte Quartierplatz wird ein attraktiver Ort für alle. Am Projekt Bandwies Süd wurden aufgrund der Bevölkerungsumfrage ebenfalls Verbesserungen vorgenommen. So wurde beispielsweise die Fassade zur Bandwiesstrasse hin optimiert.
Wie sind die Ein- und Ausfahrten der Parkgaragen der Überbauung Bandwies Süd und der Migros geregelt?
Die beiden Parkgaragen verfügen über eine gemeinsame Verbindung zur Breitenhofstrasse, wodurch optimale Verkehrsbeziehungen sichergestellt werden. Die Tiefgaragen können direkt von der Breitenhofstrasse im Süden oder über die heutige Zufahrt beim Märtegge erreicht und wieder verlassen werden. Die Erschliessung wird dem «Konzept der kurzen Wege gerecht» und entlastet damit die Begegnungszone Bandwiesstrasse.
Welche Verbesserungen sind für Velos sowie Fussgängerinnen und Fussgänger geplant?
Die grösste Verbesserung bringt die Begegnungszone Bandwiesstrasse. Die gesamte Bandwiesstrasse wird als Mischfläche mit Tempo 20 gestaltet, die sich Fussverkehr, Velos, Autos und Busse teilen. Die Projekte Bandwies Süd und Bandwies Nord verfügen zudem beide über attraktive Veloabstellplätze, auch auf Erdgeschoss-Niveau. Die bestehende Velo- und Fussgängerverbindung zwischen der Alpen- und Bandwiesstrasse wird in die Projekte integiert. Die beiden Projekte zeichnen sich zudem durch durchgängige Innenhöfe aus.
Gibt es Änderungen bei den Buslinien?
Das Zentrum Bandwies wird heute durch die Buslinie 884 mit der Haltestelle Rüti, Bandwies im Viertelstundentakt bzw. am Wochenende im Halbstundentakt erschlossen. Dies wird auch in Zukunft so bleiben, wobei die Bushaltestelle geringfügig verschoben und behindertengerecht gestaltet wird.
Wie stark wird der Verkehr durch die Projekte zunehmen?
Die geplante Überbauung Bandwies Nord und Süd führt zu einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen von rund 70 Fahrten pro Stunde in der Abendspitze – hauptsächlich durch das heute noch unbebaute Areal Bandwies Süd. Gleichzeitig reduziert sich der Verkehr beim Bandwies Nord, da künftig deutlich weniger Verkaufsparkplätze angeboten werden. Rund 110 Fahrten pro Stunde entfallen dort. Durch das neue Verkehrsregime mit zwei Tiefgaragenanschlüssen (Nord und Süd) kann der Verkehr frühzeitig aufgenommen und gezielt gelenkt werden.
Wie wirkt sich das Projekt aufs Ortsbild aus?
Im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) sind verschiedene Objekte in Rüti enthalten. Das Amt für Raumentwicklung hält fest, dass keine erhebliche Beeinträchtigung des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) vorliegt und kein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) erforderlich ist.
Die Sichtbeziehung zwischen dem Krematorium und der Uhr am Kirchturm wird durch die Gestaltungspläne nicht tangiert. Die Sichtachse verläuft ausserhalb der festgelegten Baubereiche, d. h. sämtliche Neubauten liegen ausserhalb dieses Korridors.
Für wieviele Menschen entsteht neuer Wohnraum?
In der Überbauung Bandwies Süd entstehen rund 120 Wohnungen, die Platz für ca. 250 Bewohnerinnen und Bewohner bieten. Im Projekt Bandwies Nord entstehen rund 80 1.5- bis 5.5-Zimmer-Wohnungen, die für rund 150 Personen ein Zuhause werden. In der Infrastrukturplanung der Gemeinde, zum Beispiel in der Schulraumplanung, ist diese Entwicklung bereits berücksichtigt.
Wie viele Arbeitsplätze sollen insgesamt entstehen?
Im Bereich Bandwies Süd entstehen rund 800 m² Verkaufsfläche und rund 1'600 m² Bürofläche, dazu ein Gastronomieangebot. Dies entspricht schätzungsweise 100–120 möglichen Arbeitsplätzen. Die Migros Ostschweiz beschäftigt in ihrem Supermarkt und Restaurant in Rüti heute insgesamt 120 Mitarbeitende. Diese werden auch in den Neubau umziehen. Gespräche mit bestehenden und allfälligen neuen Partnermietern werden zu einem späteren Zeitpunkt geführt.
Was hat es mit dem Mehrwertausgleich auf sich?
Wenn auf unbebautem Land Wohnungen entstehen dürfen, steigt der Grundstückswert. Ein Teil dieses Mehrwerts fliesst gemäss Mehrwertausgleichsgesetz in einen Fonds, mit dem unter anderem raumplanerische Massnahmen und der öffentliche Raum finanziert werden. Bei Bandwies Süd und Bandwies Nord wird der Mehrwertausgleich über städtebauliche Verträge geregelt.
Bandwies Süd
Gibt es mit dem Projekt weiterhin genügend Grünflächen im Zentrum von Rüti?
Das Schweizer und auch das Rütner Stimmvolk hat 2013 das neue Raumplanungsgesetz angenommen. Dieses legt fest, dass die Siedlungsentwicklung vor allem nach innen gerichtet werden soll – damit nicht noch mehr Landwirtschaftsland überbaut wird. Die Entwicklung des Zentrums Bandwies folgt genau diesem Ziel. Im Zentrum von Rüti existieren weiterhin attraktive Grünflächen, zum Beispiel entlang der Jona und beim Friedhof. Auch im Rahmen der Projekte Bandwies Süd und Bandwies Nord entstehen naturnah gestaltete Grünflächen, welche die Aussenräume beider Überbauungen bereichern.
Welche Nutzungen sind im Erdgeschoss konkret vorgesehen?
Läden und andere publikumsbezogene Dienstleistungen aller Art sind hier vorgeschrieben: Das kann von spezialisierten Lebensmittelgeschäften über Kleiderläden, ein Sportgeschäft, einen Optiker oder eine Physiotherapiepraxis bis zu einem Reisebüro gehen. Im Obergeschoss sind ebenfalls gewerbliche Nutzungen vorgesehen; sie müssen aber nicht zwingend publikumsbezogen sein.
Werden der Innenhof und der Spielplatz öffentlich zugänglich sein?
Der Hofbereich im Projekt Bandwies Süd wird öffentlich zugänglich sein – ebenso die darin vorgesehenen Nutzungen und Spielmöglichkeiten.
Weshalb gibt die Gemeinde Rüti das Land im Baurecht ab?
Die Gemeinde Rüti gibt Land gemäss ihrer Liegenschaftenstrategie grundsätzlich im Baurecht ab. So bleibt sie Eigentümerin und kann die Entwicklung des Dorfes langfristig mitsteuern. Gleichzeitig erhält sie jährlich wiederkehrende Einnahmen statt nur einen einmaligen Verkaufserlös.
Wer genau ist die Baurechtsnehmerin?
Baurechtsnehmerin ist die UBS Anlagestiftung. Sie ist eine Einrichtung, die der beruflichen Vorsorge dient und die gemeinsame Anlage und Verwaltung von Vorsorgegeldern bezweckt. Investoren sind ausschliesslich Pensionskassen. Die Anlagestiftung ist rechtlich unabhängig von der UBS.
Wieso wurde keine Wohnbaugenossenschaft als Baurechtsnehmerin gewählt?
Im Vorfeld der Projektentwicklung wurden mehrere ortsansässige und auswärtige Genossenschaften als mögliche Baurechtsnehmer angefragt. Diese verfolgten das Vorhaben jedoch nicht weiter, da Projekte in dieser Grössenordnung beziehungsweise mit dieser Ausrichtung nicht in ihr Portfolio passten. Auf der Suche nach einem Investor ist die Gemeinde mit der heutigen UBS Anlagestiftung auf eine Partnerin gestossen, die sowohl die finanziellen Möglichkeiten mitbringt als auch die erforderliche Flexibilität, um die Vorgaben der Gemeinde zu berücksichtigen.
Wieso wird dieses Projekt nicht genutzt, um mehr gemeinnützigen und preisgünstigen Wohnraum anzubieten?
Bezahlbarer Wohnraum ist dem Gemeinderat Rüti wichtig. Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen liegt mit rund 9 % bereits deutlich über dem regionalen Durchschnitt und soll weiter ausgebaut werden – etwa im Weier-Quartier, beim Projekt «Drei Eichen» oder beim Areal Breitenhof Nord. Gleichzeitig hat die Gemeindeversammlung vom 16. März 2026 im Rahmen der BZO-Revision neue Bestimmungen für preisgünstigen Wohnraum abgelehnt. Dieser Entscheid ist zu respektieren.
Eignet sich die Überbauung Bandwies Süd für generationenübergreifendes Wohnen?
Die Projektpartner sind überzeugt, dass der Gestaltungsplan die Grundlage für ein vielfältiges Wohnungsangebot schafft. Dank zentraler Lage, guter Erschliessung, Nähe zu Einkauf und Dienstleistungen sowie hindernisfreiem Bauen eignet sich Bandwies Süd ideal für generationenübergreifendes Wohnen mit hoher Wohnqualität.
Bandwies Nord
Was gehört zum künftigen Einkaufsangebot?
Im Neubau der Migros Rüti werden im ersten Untergeschoss wie im Erdgeschoss attraktive Verkaufsflächen realisiert. Im Erdgeschoss werden der Migros-Supermarkt und das Migros-Restaurant einziehen. Für konkrete Aussagen zum weiteren Angebot ist es aktuell noch zu früh; die Migros Ostschweiz wird zu gegebener Zeit mit bestehenden und neuen möglichen Drittanbietern Gespräche aufnehmen.
Bleibt die Migros Rüti während den Bauarbeiten geöffnet, oder wird ein Provisorium erstellt?
Dazu können erst nach Abschluss der detaillierten Planung des Baus Angaben gemacht werden. Die Migros Ostschweiz wird dazu Sorge tragen, dass die Kundinnen und Kunden auch während der Bauzeit Gelegenheit zum Einkauf vor Ort haben.
Wie viele Parkplätze für PW und Velos sind in der neuen Migros Rüti vorgesehen?
Gesamthaft sind rund 320 Parkplätze für die Kundschaft, für die Wohnungsmieterinnen und -mieter und das Personal in der modernen, grosszügig erschlossenen Tiefgarage sowie einige oberirdisch gelegene Besucherparkplätze für die Wohnungen geplant. Zudem ergänzt eine ausreichende Anzahl an Veloabstellplätzen das Parkplatzangebot.
Warum baut die Migros Ostschweiz zusätzlich Wohnungen?
In Rüti besteht deutlicher Bedarf an attraktivem Wohnraum. Mit dem Neubau der Migros Rüti möchten wir genau dies bieten und so die vorhandene Fläche möglichst optimal nutzen und verdichten. Es ist auch ein klarer Auftrag des Bundes, ansprechende bauliche Lösungen für eine bessere Ausnutzung des vorhandenen Baugrunds zu suchen, um die weitere Zersiedelung der Ballungsraum nahen Gebiete zu stoppen.
Welche Art von Wohnungen sind geplant?
Es handelt sich um 1.5- bis 5.5-Zimmer-Wohnungen, die über Laubengänge erschlossen sind. Die Mietzinse für die modernen, komfortabel ausgestatteten Wohnungen werden sich im mittleren Preissegement bewegen.
Begegnungszone Bandwiesstrasse
Wieso benötigt es eine Begegnungszone?
Die Begegnungszone Bandwies ist in der Richtplanung der Gemeinde Rüti bereits festgelegt – konkret im Verkehrsrichtplan. Die Begegnungszone wertet die Achse zwischen reformierter Kirche und dem Gemeindehaus auf. Das kommt der Lebensqualität in Rüti zugute. Man kann dort in Ruhe einkaufen, flanieren und im Café einkehren. Für Autos wird die Bandwiesstrasse weiterhin befahrbar sein, einfach langsamer als bisher. Fussgängerinnen und Fussgänger haben in der Begegnungszone Vortritt.
Was ist die Funktion des Quartierplatzes?
Gegenüber dem Projekt aus dem Jahr 2019 wurde der Platz nun grösser dimensioniert: Zwischen den Geschäften der neuen Überbauung «Bandwies Süd» sowie Migros, Qualipet und Coop erstreckt er sich quer über die Bandwiesstrasse. Möglich macht dies der Einbezug der Migros Ostschweiz. Angedacht sind Sitzgelegenheiten, Gastronomie sowie ein Wasserspiel oder Brunnen.
Zusätzlich entstehen im Gesamtprojekt weitere Aufenthaltsbereiche, begrünte Innenhöfe und attraktive Fusswege.
Könnte die Bandwiesstrasse auch komplett für den Verkehr gesperrt werden?
Die geplante Begegnungszone verfolgt das Ziel, einen Raum zu schaffen, in dem sich alle Verkehrsteilnehmenden – zu Fussgehende, Velofahrende und Autofahrende – gleichberechtigt und rücksichtsvoll bewegen. Die Fahrbahn wird dabei auf das verkehrlich notwendige Minimum reduziert.
Die vorliegenden Projekte schliessen einen kompletten Unterbruch der Bandwiesstrasse nicht aus; dies müsste aber über einen separaten politischen Prozess angestossen werden. Zudem müsste dies auf die Entwicklung der Grundstücke östlich der Bandwiesstrasse abgestimmt werden.
